Montag, 28. Dezember 2015

So, wie ich bin



Meine Freunde bringen manchmal wirkliche Knüller, die (leider) der Wahrheit entsprechen.
Hier ist eine kleine Auswahl der besten Sprüche:

„Deine Form von ´Keinen Mist bauen´ macht mir wirklich Angst.“


„Wenn man sieht, du bist online und die Antwort nicht innerhalb von drei Minuten von dir kommt, sollte man laufen. Egal in welche Richtung, einfach weg. Weit weg. Ganz weit weg.“


„Für deine Art gibt es manchmal keine Beschreibung. Eskalation, Temperament, Ausflippen, Verrücktheit. All das trifft es nicht einmal zusammen auf den Punkt.“


„Wenn du ruhig wirst, sollte man am Besten in Sicherheit gehen. Auf einem anderen Planeten.“


„Wenn du einmal auf deine Freunde hören würdest -  ach was, dein Leben ist so oder so Chaos.“ 


„Ich gebe dir einen Rat, den du sowieso überhaupt nicht, niemals, in 1000 Jahren nicht, befolgen wirst.“


„Sieh doch nicht alles so negativ! Obwohl, bisher hattest du damit meistens Recht.“

„Selbst wenn dich eine ganze Universität für Psychologie 10 Jahre lang studieren würde, könnte dich trotzdem keiner verstehen.“

 
Wenn man daraus ein Resümee ziehen möchte, sollte man sich ein knuddeliges Einhorn vorstellen, mit rosa Mähne und Schweif und einem Stern an der weißen Flanke. Und innen drinnen ist statt wuschelig weicher rosa Baumwolle Godzilla. Oder Hulk. Oder ein Drache. 

Ja, das Leben ist eben Bine. 

Samstag, 26. Dezember 2015

Ich mache mein Spielzeug kaputt



Nein, 3 nE ist nicht mein Spielzeug. Dennoch mache ich ihn kaputt.
Los ging es im März diesen Jahres, als er plötzlich eine Schwellung an einer Stelle hatte, wo keine sein könnte. In der Leiste. Durch mein geschultes Auge und meine erfahrungsreichen Hände, habe ich direkt einen Leistenbruch diagnostiziert. 3 nE war der Meinung, dass das vom Spielen mit meinem Sohn kommt und hat sich natürlich geweigert, zum Arzt zu gehen. Wieso auch auf eine Arzthelferin mit 10 Jahren (ich bin so alt) Berufserfahrung hören, wenn man es doch als Laie besser weiß. Ein Vorteil ist allerdings, dass 3 nE nicht googelt. Für mich, weil er unbefangen war, für ihn, weil er mir sonst hätte Recht geben müssen. Und das möchte kein Mann. Als er dann 1,5 Wochen später schon beim kleinsten Nieser Schmerzen hatte, musste er zugeben, dass diese Schwellung sich nicht mit kühlen und Schmerzgel behandeln lässt. Endlich ist er zum Arzt gegangen. Das überraschende für uns alle war die Diagnose: „Leistenbruch.“ Ja, da wäre ich nie drauf gekommen. Kurz darauf fand die OP statt. Am Abend zuvor hatte ich mir noch Videos auf YouTube angeguckt, da ich mit in den OP durfte. Ich wollte schließlich bestens vorbereitet sein. 3 nE hat „aus Versehen“ mit rein geguckt und wollte eigentlich gar keine OP mehr. Er hatte Angst um seine wichtigen Teile. Männer übertreiben manchmal. Am nächsten Morgen war ich jedoch selber krank und konnte nicht mit in den OP. Das war für mich das allerschlimmste. 3 nE meinte nur, dass ich wirklich richtig krank sein muss, wenn ich nicht mit in den OP komme. Er wäre froh gewesen, jemanden dabei zu haben, der wirklich Ahnung hat von dem ganzen (so habe ich das zumindest empfunden).
Meinem Ruf als professionelle Arzthelferin wurde ich am nächsten Tag gerecht. Ich kam in das Zimmer herein und habe natürlich direkt nach seinen Werten gefragt. Blutdruck, Temperatur, Blutwerte etc. Er hatte einfach keine Ahnung! Unfassbar. Das einzige, was ich in dem Zimmer gefunden habe, waren Blutdruckmessungen, da er sich eingebildet hatte, vorher eine Rauchen zu gehen und –Überraschung- er ist umgekippt. Die Werte waren einigermaßen ok, aber ich finde es nicht in Ordnung von den Schwestern, ihn rauchen gehen zu lassen. Unverantwortlich. Dass ich natürlich da selbe an seiner Stelle gemacht hätte, tut hier nichts zur Sache. Ebenso wenig, dass ich nach einer OP (Knoten in der Brust) am nächsten Tag shoppen war (BH´s) und ich in der Umkleide umgekippt bin. Aber ich kann mich schließlich selbst behandeln (ist bewusstlos schwierig, ich weiß). Gefragt, wie es ihm geht, habe ich natürlich nicht. Mir ist klar, dass er evtl Schmerzen hat und sich nicht gut bewegen kann nach so einem Eingriff. Das muss ich nicht von ihm hören. Ich habe noch seinen Bauch abgetastet und mir die Wunden angesehen. Dann war ich zufrieden und konnte wieder fahren. Seine Mitstreiter im Zimmer haben gelacht. Weil 3 nE natürlich vorher schon erzählt hat, wie fürsorglich ich mit ihm umgehe, wenn er etwas Ernstes hat. Vielleicht hätte ich ihm etwas mehr Zuwendung schenken sollen, aber ich weiß nun mal mehr, wenn ich Werte habe, mir die Nähte anschaue und auch sonst eigentlich nicht mit ihm spreche, sondern ihn nur untersuche. In dem Moment ist er nicht mein Partner, sondern mein Patient. (Bei meinen Freunden bin ich etwas fürsorglicher, glaube ich.)
Einige Zeit darauf kam ein Hexenschuss. Ich bezeichne das als eingeklemmten Ischiasnerv. Und auch hier wieder dasselbe Spiel. Auf mich nicht hören wollen. Mir Schmerzen vorjammern, obwohl ich weiß, dass er welche hat, aber keine Meinung oder keinen Rat haben wollen. Warum fragt er dann eigentlich? (Tut er nicht, ich dränge mich auf.) Aus einem mir unerfindlichen Grund wollte er auch nicht, dass ich eine Spritze besorge und die ihm gebe. Scheinbar hat er kein Vertrauen zu meinen unglaublichen Fähigkeiten. Ich habe ihm noch nie Grund gegeben, an meinen Diagnosen zu zweifeln. Gut, er hatte bisher auch noch nicht so viele Erkrankungen. Bevor er mich kannte, gar keine, um genauer zu sein.
Er muss einfach lernen, was für ein unbeschreibliches Glück er hat, mit einer Arzthelferin/Sanitäterin zusammen sein zu dürfen!

Klarstellung: Ich habe ihn nicht direkt kaputt gemacht. Also eigentlich gar nicht. Es war Schicksal, dass er einen Leistenbruch bekommt, wenn er mit einer Arzthelferin zusammen ist. Sonst wäre das ganze anders ausgegangen. (Natürlich weiß ich, dass ein Leistenbruch nicht lebensbedrohlich ist, aber wie heißt es so schön: Mal wieder habe ich ein Leben gerettet!)

(M)ein Weihnachtswunder



Weihnachten bedeutet für viele von uns, eine ruhige Zeit zu haben, die Familie zu treffen, das Jahr ausklingen zu lassen. Völlerei, Konsum und Stress auf der anderen Seite. Weihnachten ist also ein zwiespältiges Fest. So denken viele an ihre Nächsten, allerdings meist nur in Form von teuren Geschenken, bei denen man sich die Frage stellt, ob das wirklich hätte sein müssen.
Mein Weihnachten habe ich anders gestaltet. An meine nächsten Denken hieß für mich, einer Familie unter die Arme zu greifen, die es nicht leicht hatte die letzten 3 Monate. Dafür habe ich einen Teil meines Geldes hergenommen. Es war nicht viel, gerade einmal 100€ insgesamt, doch die Freude der Kinder war unbezahlbar. Dafür bin ich gerne bereit, Überstunden zu machen.
Da ich nicht viel Familie habe, haben wir 3 nE´s Vernwandtschaft besucht. Es war viel, aber es war schön.  Aber auch ich bin nicht perfekt, so artete der 1. Weihnachtsfeiertag auch für mich in Völlerei aus. Aber das war ein Tag und das darf sein. Immerhin wurde sich auch Mühe mit dem Essen gegeben. Mein Sohn war sehr glücklich über seine Geschenke, dennoch glaube ich, dass der eigentliche Gedanke an Weihnachten noch nicht ganz auf ihn übergesprungen ist. Daran wird noch gearbeitet. Da er im Kindergarten ist, muss ich aber auch was Geschenke angeht, etwas mithalten. Mit einem Paket brauche ich nicht kommen. Dann ist er im Kindergarten schnell der Außenseiter. Keiner fragt nach, ob die Feiertage schön waren oder ob er die Zeit mit seiner Familie genoßen hat. Nein, es geht um die Anzahl und Größe der Päckchen. Ich finde es erschreckend.
Allerdings gab es auch etwas wunderbar unverhofftes. Den 1. Weihnachtsfeiertag waren wir zum Abendessen bei meinem Exmann und Vater meines Sohnes eingeladen. Es gab eine leckere Gans, Knödel, Rotkohl und Bohnen. Einige werden fragen, was zur Hölle da denn passiert ist, dass ich mit meinem Exmann über Stunden hinweg an einem Tisch sitzen kann und danach keiner verletzt ist. Ehrlich gesagt – ich weiß es nicht. Mein Sohn hat sich gefreut, die Freundin meines Exmannes war sehr nett (wir kennen uns noch von früher) und somit war der Abend gelungen. Natürlich gibt es nach wie vor eine gewisse Vertrautheit zwischen meinem Exmann und mir, aber ich glaube, nach 4 Jahren Trennung haben wir es endlich geschafft, einen Weg zu finden, miteinander umzugehen. Genau so einen Abend habe ich mir die letzten Jahre erhofft. Eben eine glückliche Patch-Work-Familie. Der Traum, einmal zusammen zu sitzen ist wahr geworden.

Wie man sieht – manchmal werden die Wünsche war, mit denen man am wenigsten gerechnet hat. Weihnachten 2015 ist somit etwas super besonderes für mich geworden.

Der Weihnachtsgedanke



Ich habe euch schon berichtet, wie ich mich an Weihnachten fühle. Jetzt kam allerdings eine völlig neue Situation, die mir zeigt, was und wie Weihnachten auch sein kann.
Bei einer bekannten Familie von uns ist einiges schief gelaufen die letzten 3 Monate. Der Mann hat seinen Job verloren, war dadurch einen Monat ohne Gehalt, Freunden, denen er Geld geliehen hatte, wussten auf einmal nichts mehr davon und so etwas vor Weihnachten. Die Familie hat auch noch drei Kinder. Mittlerweile hat er einen Job gefunden, allerdings bekommt man auch da erst an Monatsende sein Gehalt.
Als ich davon erfahren habe, kamen mir meine Probleme plötzlich nichtig vor. Ich habe einen Baum, Geschenke für meinen Sohn und auch so die Garantie, dass wir uns einigen „Luxus“, wie ein besonderes Essen oder ähnliches, an Weihnachten leisten können.
Auf jeden Fall haben 3 nE und ich beschlossen, diese Familie finanziell zu unterstützen. Heute haben wir einen super mega tollen Baum gekauft. 180 cm grandios schön gewachsene Nordmanntanne. Das ist mal ein Baum. Den haben wir natürlich direkt zu der Familie gebracht. Ebenso ein bisschen „Kleingeld“. Die Freude des Mannes und des Sohnes waren unbeschreiblich. Mir war es wichtig, dass sie trotz aller Probleme, wenigstens an Weihnachten ein wunderbares Fest erleben und dadurch Kraft tanken können, die Probleme zu meistern. Für die Kinder habe ich noch ein paar Geschenke gekauft. Es ist nichts Großes oder sehr viel, aber dennoch genug, damit die Kinder etwas auspacken können.
Natürlich werden uns diese Mehrausgaben auch noch in den Januar mit hinein begleiten, aber ich denke, das war es auf jeden Fall Wert. Manchmal sollte man einen Moment innehalten, seine Shopping-Tüten auf die Seite stellen und sich nach links und rechts umdrehen. Da könnte es jemanden geben, den man auch mit so etwas, wie einem Baum an Weihnachten Freude machen kann. Und wenn man ehrlich zu sich selbst ist, 30-50 € für einen Baum sind weiß Gott keine Ausgabe, die einen gleich in den Ruin treibt. Zumal es für die meisten von uns auch Weihnachtsgeld gab.