Donnerstag, 26. November 2015

An Tagen wie diesen

Manchmal erlebt man Geschichten, die sind unfassbar. 
Heute zum Beispiel. 
Seit nunmehr 4 Wochen arbeite ich in einer Dermatologie-Praxis. Dieses Gebiet ist mir völlig neu, ich habe bisher bei einem Allgemeinarzt gearbeitet. Aber ich bin weder dumm, noch auf den Kopf gefallen, es geht ja nur um Haut. "Nur" ist allerdings ziemlich untertrieben. Schließlich handelt es sich um das größte Organ des Körpers. Man sieht Krankheiten mit dem bloßen Auge und auch Besserungen oder Verschlechterungen sind sofort erkenntlich. 
Erschwert wird das allerdings durch Patienten. Ich habe kein Problem, Abstriche von diversen Stellen zu nehmen. In die Pilzkulturen habe ich mich fast sogar ein bisschen verliebt, so schön wie die sind. Wenn allerdings eine Patientin (politisch korrekt heißt das nun Symptomdarstellerin) kommt mit einem Hautausschlag als Notfall, akzeptiere ich das natürlich. Schließlich kann das jeder sehen. Oder eben auch nicht, wie in diesem Fall. Denn als ich die Patienten fragte, wo denn der Ausschlag sei, meinte sie nur, dass man den nicht sieht. 
Hmm. Ok. Oder auch nicht. Das erschwert natürlich die Behandlung mit dem bloßen Augen massiv. Ich habe auch keinen passenden Notfall-Algorithmus gefunden, um mit diesem akuten Fall umgehen zu können. 
Mittlerweile glaube ich auch, dass ich bestimmt Diabetes habe, man es aber nicht an den Blutwerten sehen kann. Oder einen Gehirntumor, der sich so gut versteckt, dass er nicht bemerkt wird. Phantom-Symptome sind wirklich gemeine, kleine Biester. Ich hoffe, die Patientin war mit unserer Behandlung zufrieden. 



Ich möchte noch kurz klarstellen, dass ich jeden Patienten mit egal welchen absurden Symptomen ernst nehme und ihm die bestmögliche Behandlung zukommen lasse. Gerne könnt ihr meine Freunde dazu befragen. Egal, was sie für Beschwerden haben, ich gebe mein Bestes und versuche zu helfen. 

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