Montag, 30. November 2015

Mein schönster Geburtstag

Gestern war es mal wieder so weit. Ich hatte Geburtstag. Dieser lief aber natürlich anders, als man denkt.

Seit meiner frühesten Kindheit bin ich kein großer Fan von meinem Geburtstag. Andere finde ich toll. Ich liebe es, wenn der Beschenkte sich freut und ich ein Geschenk gefunden habe, das von Herzen kommt. Die lockere, fröhliche Stimmung, die Unterhaltungen, viele kommen an einem Ort zusammen. Wie Weihnachten eben auch. Nur, dass das für mich Stress bedeutet. 
Eine Geburtstagsfeier muss geplant werden, wenn auch nur eine kleine Feier, Kuchen, Essen etc vorbereiten... Da ich im Winter Geburtstag habe, kann ich nicht einfach außen auf der Terrasse sitzen oder als Kind konnte ich nicht wirklich außen feiern. Aber man soll Feste feiern, wie sie fallen. 

Geplant war, mit meinem 3nE vormittags schön frühstücken zu gehen und Abends mit Freunden lecker Essen in meiner Lieblings-Kneipe. 

Samstag-Abend konnte keiner mit mir reinfeiern, da die Mädels schon anders verplant waren. Aber das war auch völlig in Ordnung, da ich am Christkindelsmarkt Glühwein und Waffeln bis 21 Uhr verkaufen musste. 

Es war trocken, aber frisch, ein leichter Wintertag. Das Geschäft ging so gut, dass zwischendrin Glühwein nachgefüllt werden musste. Es dauert allerdings eine gewisse Zeit, bis dieser aufgewärmt ist. Also blieb mir nichts anderes übrig, als permanent zu probieren. Als der Glühwein heiß und ich dicht war, musste dieser wieder verkauft werden. Diverse Mathematik- und Verständnisprobleme haben mir die Sache nicht einfacher gemacht. 

Später fragte mich eine neue Freundin, eine Mutter aus dem Kiga, ob wir noch was unternehmen wollen und in meinen Geburtstag feiern. Natürlich habe ich zugesagt. Wir kamen in der Kneipe an, da hatte ich schon Glühwein und weißen Wein intus. Der Abend verlief weiterhin feucht fröhlich und um 2 Uhr war ich im Bett. 

Morgens ab 8 ging das Drama los. Natürlich hatte ich einen Kater, habe mir noch nicht so viel dabei gedacht, dass mir schlecht war und ich Kopfschmerzen hatte. Doch dann ging das brechen und der Schüttelfrost los. Ab jetzt wurde mir klar, dass ich nicht nur einen Kater habe. 3 nE hat versucht, meine Freunde zu erreichen, die die passenden Medikamente zu Hause haben könnten. Der eine war mit den Kindern unterwegs, die nächste hat geschlafen, die Notfallapotheke war 12 km entfernt und 3 nE hat keinen Führerschein. 

Fieber wurde höher, ich apathischer, dann hat 3 nE den KVB-Bereitschaftsarzt geholt. Ich hoffte auf eine Infusion und Medikamente, dann geht es schon wieder bergauf. 

Ich habe weiterhin geschlafen, mein Handy ignoriert, meinen Partner nicht wahrgenommen, gar nichts. Arzt kam, sah und telefonierte. Also mit dem KTW ab ins Krankenhaus. Fieber mittlerweile über 39°C. 

Der ASB kam in voller Schutzmontur und brachte mich nach Altdorf, das nächstgelegene Krankenhaus mit Gastroenterologie. Dort angekommen, habe ich weiterhin geschlafen bzw. war apathisch, neben der Spur, nicht aufnahmefähig. 3 nE war natürlich mit dabei, auch er macht sich Sorgen. 

Es wurde Blut abgenommen und endlich gab es eine Infusion mit Medikamenten, nachdem mein Blutdruck 80/60 war. (Normwert 120/80). Da braucht sich keiner wundern, dass es mir so dreckig geht. 

Die Absagen für meinen Geburtstag hat 3nE in die Hand genommen. Fand ich sehr lieb. Auch war er abends in der Stammkneipe mit meiner Nachbars-Freundin und hat für mich ein Schnitzel mit Pommes gegessen, während ich Spargelcremesuppe und Zwieback gekriegt habe. Um 19 Uhr war ich soweit auf dem Dampfer, damit ich mich endlich um meine Nachrichten und die Glückwünsche habe kümmern können. 

In der Nacht kam noch mehrmals die Schwester, viele weitere Nachrichten wurden geschrieben, doch ich bin so neben der Spur, dass ich vieles davon gar nicht richtig wahrgenommen habe. Heute geht es mir schon wieder besser, habe mich selbst entlassen. Allerdings trügt der Schein, ich bin nur voll wie eine Haubitze mit Medikamenten. 

Die Ergebnisse vom Noro-Virus stehen noch aus, die bekomme ich morgen. 

Meine Freundin K. hat sehr mitgefiebert mit mir gestern und hat mir auch am Telefon gesagt, dass sie glaubt, dass ich meinen Geburtstag nie mehr feiern werde. Ich bin sowieso kein Fan davon und dann passiert auch noch so etwas. 
Wie Recht sie hat

Ich habe von meinem Geburtstag nicht viel mitbekommen. Das einzige, was mir klar ist, dass ich mittlerweile 28 bin und somit kein "Kind" mehr. Ich glaube, ich muss mich erwachsener benehmen. Es gab so einen inneren Umschwung in mir. Erwachsener, weißer, schlauer, intelligenter. Mal sehen, wie sich das alles die nächsten Tage entwickelt. 

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