Samstag, 30. Januar 2016

Das Weg wird leichter 4

Und zu aller letzt gibt es News zu meinen tollen, grandiosen, ruhigen und freundlichen Nachbarn. 

Nachdem auch die restliche Glastür eine Spider-App erhalten hat und noch einige Male die Polizei da war, kam es gestern zum Höhepunkt. 
Gegen 19 Uhr ertönte auf einmal Martinshorn und einige Feuerwehrfahrzeuge fuhren in unsere Straße. Wie es sich für richtige Stalker gehört, haben wir uns das ganze aus der Nähe angesehen. Es war im Nebenhaus. Allerdings nichts ernstes. Diverse Nachbarn und Anwohner der Straße fragten uns allerdings, ob die zu uns wollen. So bekannt sind wir schon. Ein Polizist hatte uns dann gefragt, ob denn der Nachbar zu Hause sei. Nein, zum Glück nicht. 
Später hat er uns dann doch tatsächlich angerufen und gemeint, wir sollen uns melden, wenn er denn da sei und es wieder laut werden würde, er wolle dann sofort kommen, da er  auch noch etwas zu klären hätte mit ihm. Außerdem verdienen wir langsam mal Ruhe. Das war schon kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, sondern mit einem ganzen Haus. Das hätte selbst mein Nachbar verstanden. Glaube ich. Eigentlich bin ich mir da nicht so sicher. Nein, er hätte es nicht verstanden. Wie das folgende Szenario zeigt:
Nachts um ca 23 Uhr kam er endlich nach Hause. Da er sehr laut gehustet hat, mussten wir die Polizei verständigen. Diese war innerhalb von 5 Minuten da (Bei dem einen Polizisten geht das immer so schnell, der Rest braucht gerne etwas länger.) Rein in die "Wohnung" von ihm, Tür auftreten kann man sich sparen, da diese sowieso nicht mehr in den Angeln hängt, sondern nur angelehnt wurde. P. kurz die Situation erklärt, weshalb er jetzt mit muss - Haftbefehl. P. will aber nicht mit. Warum sollte er auch? Ist doch alles gut. Er bewegt sich nicht. Konter des Polzisten: "Entweder du bewegst dich oder ich bewege dich! 4...... 3..... 2...." Das wirkt auch noch mit 21. Aufgestanden, angezogen, Sachen gepackt. In Handschellen abgeführt. 
Ich war in so euphorischer Stimmung, ich hätte gerne laut geklatscht, erfreuliches gerufen und Konfetti geworfen. So wie es aussieht und uns der Polzist kryptisch geschilder hat: "Der Baum wird gefällt, er ist krank und kommt weg." sehen wir ihn so schnell nicht wieder bzw. gar nicht mehr. 



Achja, ein kleines Stimmchen in mir möchte daran glauben, dass 2016 doch noch erfolgreich werden könnte. 

Der Weg wird leichter 3

Meinen ersten Termin bei der Psychologin habe ich die vergangen Woche auch  "nebenbei" hinter mich gebracht. Erst einmal ging es darum, warum ich bei ihr bin. Ausnahmsweise habe ich mich geöffnet, immerhin will ich, dass sie mir einen Weg aufzeigt, der mir einiges leichter macht. 
Folgendes hat sich herauskristallisiert:

- Mit B. hatte ich damals scheinbar etwas angefangen, weil ich dadurch keine Nähe aufbauen muss. Er ist schließlich verheiratet, wir wären nie zusammen gekommen. Natürlich ein absoluter Vorteil für mich. Warum ich ihm geschrieben hatte vor einiger Zeit, ist eine Art der Selbstzerstöreung. Wieso, weshalb, warum, wird noch ergründet. 

- Sie wollte wissen, was ich so alles mache, da ich mir innerlich mehr Ruhe wünsche und nicht mehr so raslos sein möchte. Hier die Liste:
Arbeit in der Hautarztpraxis ca. 23 Stunden die Woche + Überstunden
Nebenjob Pflegeheim ca. 12 Stunden die Woche
Reiten ca 6 Stunden die Woche
Elternbeirat Kindergarten
Ehrenamtlich beim BRK
Kind
Partner
Haushalt
Freunde
sonstige Hobbys. Häkeln, lesen, schreiben etc. 
Ist doch gar nicht so viel. Außerdem kommen natürlich noch weitere Aufgaben auf mich zu: Schulungen, Ausbildung zum RS, Betreuung einer pflegebedürftigen Dame ca. 1-2x im Monat.
Das ist immer noch nicht so viel. 
Nein sagen kann ich auch nicht. 
Sie musste da wirklich lachen. Einerseits wünsche ich mir Ruhe, andererseits ist mein Kalender so voll, dass es überhaupt verwunderlich ist, dass ich es noch auf die Toilette schaffe. 
Wieso, weshalb, warum, wird noch ergründet

- Das Verhältnis zu meinen Eltern wurde auch angesprochen. Es ist so, dass mich die Kindheit und Jugend zu Hause geprägt haben. Wenn wir wissen, was damals nicht so glücklich gelaufen ist, habe ich eine Erklärung für meinen bisherigen Lebensweg und kann es in der Zukunft besser machen. Bis dahin wird es noch eine ganze Weile dauern. Aber ich bin optimistisch. Wie immer. Und bis dahin habe ich noch genug Zeit übrig, noch einiges mehr zu machen. 

Der Weg wird leichter 2

Da sich auch finanziell etwas tun muss, habe ich seit letzter Woche einen Job im Pflegeheim angefangen, zur Betreuung von an demenz erkrankten Bewohner. 
Der erste Tag hat mir richtig viel Spaß gemacht und ich habe einige Patienten schon ein bisschen in mein Herz geschlossen. 
So eine Arbeit ist nicht einfach und man muss dazu geboren sein. Das kann man nicht erlernen. Zugehen auf die Betroffenen, reden, zuhören, helfen. Auch wenn es Dinge sind, die nicht sehr schön sind. 
Die meisten können laufen, fast alle trinken zu wenig und alle haben einen ständigen Bewegungsdrang. 
Ich habe mich mit den Bewohnern unterhalten, so weit das eben möglich ist. Ein Ehepaar war der Meinung, sie seien nur zu Besuch und müssten dann nach Kaffee und Plätzchen heimfahren, bevor es zu dunkel wird. Eine andere Bewohnerin hat sich in einen verheirateten Mann verguckt und will ihn und dessen Frau auseinander bringen. Eine weitere Dame ist sehr gut gekleidet und wirkt sehr gepflegt, geht nie ohne Handtasche aus ihrem Zimmer, redet aber nicht. Einer Bewohnerin habe ich versucht, genug zu trinken einzugeben. Sie trinkt nicht bei jedem und jeder Schluck erfordert viel Überredungskunst. 
Das Abendessen war auch etwas schwierig, bzw anders als auf einer offenen Station. Es dauert, bis man alle im Speiseraum hat und sie überzeugt hat, sie hinzusetzen. Sobald alle sitzen hat man ein Zeitfenster von 10-20 Sekunden, um das Essen auszugeben, sonst stehen die ersten bereits wieder auf. Denen sollte man auch zuerst die Teller hinstellen, sonst sind sie weg. Während dem Essen kann es passieren, dass Gabeln, Teller, Becher oder sonstiges durch den Raum fliegt. Kleinere Streitereien eingeschlossen. Man ist ständig dabei, etwas aufzuheben, aufzuwischen oder ein Machtwort zu sprechen. 
Nach dem Essen macht man die Bewohner langsam fertig fürs Bett. Da man natürlich keine zwanzig gleichzeitig versorgen kann, war ich für die Betreuung der restlichen im Speiseraum zuständig. Es ist schön, dass man sich Zeit nehmen kann für die Bewohner. Wäre da nicht ein Herr, der mich geärgert hat. Schuhe ausziehen, Trinken auf den Tisch spucken, mir widersprechen. Das volle Programm. 
Dennoch macht es mir Spaß. Und wenn ich von den Bewohnern ein Lächeln oder ein Danke höre, weiß ich, dass es das Richtige für mich ist. 

Oder als ich das Ehepaar überzeugt hatte, bei mir zu übernachten, statt heimzufahren. So hätten wir am nächsten Morgen noch ein bisschen Zeit, uns beim Frühstück zu unterhalten und besser kennen zu lernen. 



Leider weiß man nie genau, in welcher "Zeit" sich die Bewohner gerade befinden bzw. wo ihr Kopf gerade ist. Dennoch kann man mit ihnen lachen und Witze machen. Einfach ganz normal sprechen und unterhalten. Ohne Berührungsängste. Dass nimmt ihnen auch die Angst. Und es sind Menschen dabei, die vieles und tolles erlebt haben in ihrem Leben. Oder man merkt trotz allem, was ihnen wichtig ist. Auch wenn der 12-jährige Enkel mittlerweile eine eigene Familie hat und die Oma das eben nicht mehr weiß. Die Geschichten sind es wert, gehört zu werden. Egal ob das für die Bewohner die Gegenwart ist, obwohl sie es nicht ist. 

Der Weg wird leichter 1

Es gibt einiges an Neuigkeiten zu berichten. Die letzten zwei Wochen gab es bei mir viel zu tun. Ausnahmsweise auch einmal positives. 

3 nE geht es nach wie vor nicht so gut mit seiner Allergie. Nachdem er im operierenden Krankenhaus super toll behandelt wurde (gar nicht). Mussten wir zu einem anderen Arzt. 
Es verhielt sich folgendermaßen: Hausarzt und Lungenfacharzt waren mit der Symptomatik überfordert bzw wußten nicht, wie es weitergehen soll. Trotz Cetirzin (Antihistaminikum) ist sein Allergiewert auf das doppelte angestiegen. Beide Ärzte hatten empfohlen, das Krankenhaus aufzusuchen, in dem er operiert wurde. Dort in der Sprechstunde bei der stellvertretenden Chefärztin wurde er nach nicht einmal 5 Minuten aus dem Zimmer gebeten. Was er sich denn vorstelle, was das Krankenhaus tun solle. Die Inhaltsstoffe vom Netz können nachgelesen werden, da ist nicht das Krankenhaus zuständig. Jeder mit einer Pollenallergie müsse auch damit Leben. 
Natürlich ist eine Allergie gegen Unbekannt mit einer Pollenallergie vergleichbar. Nur zu bestimmten Jahreszeiten, mit Medikamenten behandelbar und es gibt eine Hyposensibilisierung. Aber Stopp. Da ist doch ein Unterschied. Bei einer Pollenallergie weiß man, dass es Bäume, Sträucher, Gräser sind. Bei 3 nE weiß man eben nicht, wogegen er allergisch ist. Danach sind wir zu einem Spezialisten für Leistenbruch-OPs gefahren. 100 km weit weg. Die konnten leider auch nicht helfen, hatten aber einen interessanten neuen Standpunkt aufgezeigt. Laut den Ärzten bisher und auch aus der Klinik handelt es sich um einen Stoff, mit dem er eigentlich permanent in Kontakt sein muss. Aus diesem Grund dachten wir an das Netz. Das ist in ihm drin. Doch die Ärztin fragte uns, wie lange wir schon zusammen seien, wann die ersten Symptome aufgetreten sind usw. Sie vermutet, es könne auch eine Allergie gegen mich sein. Was sich anhört wie ein Witz, ist wirklich wahr. Es gibt Frauen, die auf ein bestimmtes Eiweiß im männlichen Sperma allergisch sind. Es gibt Männer, die gegen ihren Samen allergisch sind. Es kann durchaus sein, dass 3nE irgend einen Stoff, denn ich von mir gebe, nicht verträgt. 
Und so bekommt er des öfteren einen dicken Hals wegen mir oder ihm bleibt sogar die Luft weg. 

Da hat man den Traumpartner gefunden und muss ihn vielleicht wieder ziehen lassen, weil wir miteinander nicht harmonieren. Uns wurde eine Uniklinik empfohlen, die kann spezieler testen. 
Natürlich habe ich umgehend dort angerufen und die Situation geschildert. Da das Anliegen dringend ist, habe ich bereits am 22. JUNI einen Termin erhalten. Aber wenn er bis dahin keine Luft mehr bekommt bzw. einen anaphylaktischen Schock hat, können wir natürlich auch eher kommen. Aus diesem Grund ersetze ich jetzt seine Medikamente durch Placebos, dann können wir in die Notfallsprechstunde kommen. Allerdings muss ich das so timen, dass das nur zwischen 8 und 12 Uhr ist. Alternativ können wir die Hautklinik aufsuchen. Dort gibt es ETWAS FRÜHER Termine. Ohne Hautproblem durchaus einleuchtend. Ich habe der netten Dame erklärt, dass er ein Lungenproblem hat. Dann sollen wir zum Lungenfacharzt. Wirklich? Das hätte ich nicht gedacht! Immerhin soll ich ohne Hautproblem in die Hautklinik, warum dann nicht auch mit einem Lungenproblem zum Herzspezialisten. Die Organe liegen schließlich nah beieinander. Dass wir dort bereits 5x waren, hat sie nicht so ganz verstanden. 

Hiermit bedanke ich mich ganz herzlich bei der deutschen Medizin, die mir und einem Partner eine adäquate Hilfe zu Verfügung stellt. Wenn ich das Geld seiner Lebensversicherung erhalten habe, werde ich der operierenden Klinik und der Abteilung Allergologie der Uniklinik einen Scheck in Form eines anwaltlichen Schreibens zukommen lassen. Für das restliche Geld werde ich mich privat versichern, damit das mir nicht auch mal so ergeht. 

Sonntag, 17. Januar 2016

Es wird Ernst

Am Wochenende gab es mal wieder Ärger mit meinen Nachbarn. Aber da ich momentan sowieso fast keine Miete mehr bezahle, kann es mir eigentlich egal sein. Wenn die nur nicht jedes Mal mitten in der Nacht anfangen würden. Letzte Nacht war es 04:30 Uhr morgens. Bis Polizei und Rettungsdienst weg waren, war es halb acht. Dann habe ich mich auch nicht mehr zum schlafen hingelegt. 

Allerdings hat sich gestern, an meinem persönlichen Glückstag des Jahres, etwas besonderes herauskristallisiert. 
Erst einmal gab es am Morgen Post von meinem Stromanbieter. Eine tolle Rückzahlung wartet auf mich. Sehr gut, kann ich gebrauchen. Anschließend entwickelte sich die Möglichkeit, einen Nebenjob anzufangen. Natürlich habe ich direkt die Bewerbung geschrieben. So einen guten Start in den Tag muss man schließlich nutzen.
Anschließend war ich endlich mal wieder mit meiner guten Freundin K. und den Hunden spazieren. 8,5 km, 2 Stunden. Unsere große Runde. 
3 nE haben schon länger darüber geredet, dass wir in dieser Wohnung bleiben und uns irgendwann einmal etwas kaufen. Die Mieten in unserem wunderbaren Ort sind momentan leider nicht bezahlbar. Die Idee war auch, dass wir etwas suchen, mit Einliegerwohnung z.B., damit wir auch vermieten können. 
mit meiner Freundin K. kamen wir dann auf die Idee, dass wir uns ein Doppelhaus zusammen suchen könnten. Dabei hätten alle gewonnen. Jeder hat ein Haus, jeder kann es bezahlen, wir sind zusammen und können uns auch privat unterstützen und haben vor allen Dingen endlich Ruhe vor unliebsamen Nachbarn. Ob wir etwas geeignetes kaufen, oder vielleicht sogar selber bauen, müssen wir noch überlegen. Die Feinheiten brauchen Zeit und Geduld und natürlich auch die Zusage der Banken, ob das möglich ist, was wir gerne hätten. 
Zu Hause angekommen, haben wir das gleich 3 nE erzählt. Und siehe da, eine unserer Ideen war endlich einmal nach seinem Geschmack! Die Bedingung ist nur, dass er seine Prüfung zu Ende machen kann und wir warten, bis er wieder gesund ist. 
Momentan tippe ich auch darauf, dass er einen Keuchhusten entwickelt hat. Aber das klärt sich morgen, wenn er zum Arzt geht. 

Ich finde die Idee klasse und mir kommt es so realistisch vor. Ich weiß, dass ich meinen 3 nE behalten möchte, egal was 2015 schief gelaufen ist. Es ist auch so, dass ich keinerlei Bedürfnis habe, B. zu schreiben oder irgenetwas anderes. Und das ist gut! Ich fange langsam an, die Freundschaft in die Beziehung zu integrieren. Und wenn ich dann noch das mit dem Psychologen angefangen habe, kann es nur bergauf gehen. Wir wollen das beide und ich bin froh, dass 3 nE mir auch die Chance gibt und versucht, mich zu verstehen, was manchmal in mir vorgeht. Zumindest tut er alles, damit es klappt. Angst macht mir die Idee nur, dass bei meinem unglaublichen Talent, sämtliche Glücksmomente auf mich zu bündeln, dass beim Hausbau oder -kauf einiges schief geht. Am Besten hält man mich von der Baustelle komplett fern und ich komme erst zum Umzug dazu. 

Oder ich baue mir eine kleine Hütte im Garten, wer weiß, was sonst noch auf uns zukommt :-)

Ich finde die Idee klasse, auch 3 nE ist dafür, meine Freundin und ihr Partner auch. Es kann nur gut werden. Mich macht das glücklich und ich freue mich schon auf die Planung und die Ausführung. Natürlich möchte ich mich 

Mittwoch, 13. Januar 2016

Meine (Alp)Traumwohnung



Damit ihr euch noch ein bisschen mehr in meine wunderbare rosa-Glitzer-Glücks-Welt einfühlen könnt, erzähle ich euch heute noch eine kleine wunderbare Geschichte.
Da ich mich im September von 2 n.E. getrennt hatte (2014) und ich eine alleinerziehende Mutter bin, wollte ich mir eine neue, günstigere Wohnung suchen. Allerdings verhält sich das in unserem Ort in etwa so, als würde ich Wasser in der Wüste suchen. Selbst dabei hätte ich bessere Chancen. Per Zufall entdeckte ich eine tolle 2-Zimmer-Wohnung ohne Balkon, Garten, im 2. Obergeschoss eines traumhaften 70-Jahre-Mehrfamilienhaus. Zum Glück bekam ich von dem ehrenamtlichen Hausverwalter, der für alles zuständig (sein sollte), aber nichts kann, direkt den Zuschlag. Die Verabschiedung aus meiner 3-Zimmer-Wohnung, mit Balkon und Blick ins Grüne, netten Nachbarn und einem Keller so groß wie meine neue Wohnung, fiel mir dabei natürlich leicht. Der Blick auf weitere Mehrfamilienhäuser und ein Kindergarten direkt gegenüber sind auch einfach zu verführerisch. Also bezog ich im März 2015 diesen weitläufigen Palast mit Holzdecke Eiche Rustikal. Durch das Möbel schleppen verlor ich 2 Kilo an Gewicht. Das Treppensteigen mit Einkäufen ist eine super Fitness. Mit mir sind es insgesamt 7 Parteien, 2 davon kenne ich, einen habe ich noch nie gesehen, einer ist schwerhörig, einer ist seltsam und bei einem anderen obsiegt die Dummheit und eine ist die Tochter der Vermieterin.
Kurz darauf gingen die ersten Probleme los. Frei nach dem Motto: Wohnst du noch oder träumst du hoffentlich. Die Tochter der Vermieterin war der Ansicht, dass sie ihr Eigentum durchaus mit einem Beil bearbeiten kann. Also hat sie kurzerhand die Eingangstüre mit einem Beil bearbeitet. Die spinnenförmige Ausbreitung im Glas der Eingangstür hat sich super für die Halloween-Deko geeignet. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich die Kinder auf Grund der Deko gegruselt haben, oder doch eher über die Geschichten, die die Nachbarn fleißig erzählen. Als bald wurde die Tochter in ein hübscheres Etablissement mit 3x Essen, netten Gesprächen (Therapien) und viel Zeit zum nachdenken verfrachtet. Ich werde ihre Weckgrüße Samstag morgens um 06:30 Uhr vermissen: „3-2-1 alle aufstehen!“ Diese wurden liebevoll durch unser gesamtes Treppenhaus gebrüllt.
Mit mir zusammen ist in den Dachboden (1 Zimmer, komplett mit Holz Farbe „Eiche rustikal“ ausgekleidet, Badezimmer wird mit dem Nachbarn auf der anderen Seite geteilt) ein junger Mann eingezogen. Ich fand es schön, dass hier auch junge Leute leben, also ist das Viertel zu neudeutsch „hip und angesagt“. Endlich kommt Leben ins Haus! Und was für Leben.
Als er versuchte, Wäsche zu waschen und dabei die Waschmaschine ausgelaufen ist, war das für mich noch halbwegs in Ordnung. Gut, in meinem weiträumigen 1,2 qm Flur lief das Wasser die Wände hinab, aber das trocknet schon wieder. Kurz darauf lernte ich auch seine „On-Off-Beziehung“ kennen. Die nette 16-jährige Dame ist kurzerhand mit eingezogen. Natürlich eignen sich 20qm Wohnung für zwei Personen ohne Küche und Möbel wunderbar, da die Dachschrägen vom Boden bis zur Decke so wunderbar anzusehen sind. Durch das Muster in der Holzverkleidung fühlt man sich direkt an einen Wald erinnert. Der abgeholzt wurde. Die Bäume wurden liegengelassen und verrotten allmählich vor sich hin. Ich denke auch, dass die Temperatur im Sommer bei weit über 40 Grad liegen muss. Aber junge Menschen halten das aus. Sofern sie genug Wasser trinken. So 8 – 10 Liter pro Tag.
Ab April/Mai ging es dann so richtig mit dem Leben los. Ca. zweimal wöchentliche Polizei-Einsätze, besonders beliebt nachts, wenn andere schlafen müssen, weil sie arbeiten gehen, damit das junge Paar sich diese Wohnung überhaupt leisten kann. Auch da zeigen wir natürlich vollstes Verständnis, junge Menschen haben schließlich einen komplett anderen Schlafrhythmus. Ich werde einfach alt, wenn ich anfange mich darüber aufzuregen. Jeden Polizisten aus unserer Weltstadt kenne ich mit Namen und Dienstgrad, man wird überall freundlich gegrüßt von den Helfern, wunderbar. Es ist natürlich in keinster Weise peinlich, wenn Bekannte mitbekommen, dass man sehr viele, unglaublich viele Polizisten kennt. Wenn wir dort anrufen, um uns mal wieder über die nächtlichen Auseinandersetzungen zu beschweren, wird ausgewürfelt, wer von den diensthabenden Polizisten das große Glück hat, unsere Wohngemeinschaft zu besuchen. In den warmen Sommerwochen sind wir dazu übergegangen, uns mit Camping-Stühlen auf den Hof zu setzen und dort auf die Polizei zu warten.
Einmal kam sogar die Feuerwehr. Um präziser zu sein, 5 Autos, 25 Mann Besatzung. Die Polizei musste leider die Tür eintreten, da mein Nachbar scheinbar nicht das zaghafte Klopfen der Beamten mit der Faust gegen die Press-Span-Tür gehört hatte, die dann mitsamt Türstock in die Wohnung fiel. Auf 20qm kann man durchaus weit genug von der Tür entfernt sein, damit man das überhört. Die Feuerwehr war dafür zuständig, die Tür anschließend wieder zu versiegeln bzw ein neues Schloss einzubauen. Ich hatte mich derweil dezent aus dem Haus geschlichen und mich zu den Nachbarn und Schaulustigen gesellt, denen natürlich der Einsatz nicht verborgen blieb, zumal für die Aktion die ganze Straße gesperrt werden musste. Die Feuerwehr-Autos sind schließlich keine Smarts und brauchen mehr Parkfläche.
Mario Barth beschwert sich doch gerne über die Steuerverschwendung, womit er auch Recht hat. Aber ganz ehrlich. Berlin-Flughafen ist ein Mist gegen die Kosten, die hier seit fast einem Jahr durch die Einsätze entstanden sind, die absolut sinnlos und frei von jeglichem Verständnis sind. Auch könnte man meinen, der junge Mann mit seiner stimmgewaltigen Partnerin würden daraus lernen, aber nein. Sobald die Polizei unverrichteter Dinge wieder abzieht, dauert es keine halbe Stunde und sie schleicht sich wieder ins Haus.
Toll ist natürlich die Tatsache, dass ich seit Wochen/Monaten zwar nicht mehr richtig schlafen kann und sich der permanente Lärm ziemlich auf mein Gemüt legt, ich dadurch mittlerweile allerdings fast keine Miete mehr bezahle. Die Räumungsklage läuft auch erst seit 6 Monaten, musste eingestellt werden, weil der wunderbare Hausverwalter keinerlei Berechtigung hatte, die erforderlichen Papiere für Anwalt und Gericht zu unterzeichnen. Formfehler. Selber schuld. Aber nein, er wohnt nicht hier, ihm kann das egal sein. (Meine Vermieterin ist 83. Ein bisschen muss man sie unterstützen, ich wäre die letzte, die das nicht täte, aber scheinbar die einzig intelligente, die weiß, dass man Vollmachten braucht, wenn man mit dem Haus NICHTS zu tun hat.)
Auch wurde die Frist zum Ausziehen verschoben, da leider keine anderweitige Unterkunft mehr frei ist. Wozu hat man denn die globale Erderwärmung, wenn man den milden Winter nicht nutzen sollte, im Freien zu zelten? Ich hätte sogar passendes Equipment besorgt.
Seit zwei Tagen spitzt sich die bisherige Lage allerdings noch zu. Ihr fragt euch zu Recht: „Wie bitte? Kann es noch schlimmer kommen?“ Liebe Leser, ich bin Bine, ihr solltet mittlerweile wissen: „Ja natürlich! Jederzeit. Immer und immer schlimmer.“
Die Spider-App-Tür wurde ausgetauscht. Doch mein Nachbar fand die Türe so schön, dass er sie vor zwei Tagen noch einmal in eine Spider-Tür- verwandelt hat. Spiderman wäre neidisch auf dieses Spinnennetz. Gestern Nacht kam die Polizei um 2 Uhr. Völlig human, wenn man um 05:00 Uhr bzw 06:30 Uhr aufstehen muss. Sie wurde der Wohnung verwiesen, dann war Ruhe. Um drei Uhr dachte ich, Armageddon, 2012 und Independence Day finden alle auf einmal statt. Wieder Lärm. Sie hat sich in die Wohnung geschlichen. Es ist ja nicht so, als hätten wir das der Polizei nicht schon mehrmals mitgeteilt, oder als wüssten die nicht, dass sie nachts um 2 definitiv nicht nach Hause kommt.
Die Polizei kam erneut, klopfte an, ging durch die mittlerweile 4. Haustür in die Wohnung (die nur noch angelehnt ist. Die Vermieterin weigert sich, ihm eine neue Tür zu Verfügung zu stellen). Polizei kam raus. „Die schlafen beide.“
Ruhe äußerlich. Innerlich war ich in ungarischer Rage. Wie kackendreist ist den bitte das? Stellen die sich einfach schlafen?! Und für die Polizei ist das völlig in Ordnung. Als ob ich meinen Nachbarn mit Absicht etwas Böses möchte. Ein bekanntes Hobby von mir ist natürlich, dass ich gerne zu unmöglichen Uhrzeiten die Polizei rufe.
Auch solle ich ihn nicht aggressiv machen, sonst würden sie sich mal näher mit mir unterhalten. Und das nur, weil er mich blöd angeredet habe und ich ihn vor der Polizei aus dem Treppenhaus zerren wollte. Oder ich darf auch nicht damit drohen, auf öffentlicher Straße, dass ich ihn überfahren werde und dabei in mein Auto steigen. Wer ist hier das Opfer?
Es laufen diverse Anzeigen gegen ihn wegen Sachbeschädigung. Auch darf er in seiner Wohnung jeden einladen, wen er möchte. Ebenso kann die Polizei niemanden „einfach so“ für ein paar Tage (Erholung für uns) mitnehmen. Da er entmündigt ist und einen gerichtlichen Betreuer hat, muss alles an Schriftverkehr über den Betreuer laufen. Da dieser nur einen Mandanten hat, werden Briefe natürlich innerhalb von wenigen Stunden beantwortet. Es zieht sich in die Länge. Wie die größte Kaugummi-Kugel der Welt. Anzeigen wegen Lärmbelästigung laufen. Wir können uns nur mit Mietminderung wehren. Einmal bekam sie einen Platzverweis für 48 Stunden. Ein Karibik-Urlaub, all inclusive und kostenlos für 5 Wochen ist nichts gegen diese 48 Stunden Ruhe gewesen. Es läuft wirklich alles rechtens ab. Natürlich hätte die Polizei evtl noch ein paar Befugnisse mehr, wenn sie nur nicht so genervt wären, hier dauernd anzutanzen.

Dienstag, 5. Januar 2016

Wie es aufhört, geht es weiter

Heute ist der 5. Tag im neuen Jahr. 
Ich habe jetzt schon genug. Genau so, wie es aufgehört hat, geht es weiter. Also nicht gut. 

Mit 3 nE passt es zwar, wir haben eine schweigende Übereinkunft, dass ich erst einmal ein bisschen was tun muss und einige Baustellen abarbeite, dennoch ist es natürlich nicht perfekt. Am Donnerstag geht endlich wieder der Kindergarten los, dann ist wenigstens mein Sohn endlich wieder tagsüber gut aufgehoben. 

Ich hoffe, dass in spätestens zwei Wochen alles wieder seinen geregelten Gang nimmt und ich perspektiven sehe, die momentan nicht da sind. Tatsächlich schaffe ich es wirklich, mich mehr oder weniger unbewusst in Lagen zu manövrieren, die normale Menschen nicht einmal schaffen, wenn sie das bewusst tun würden. 

Nehmen wir zum Beispiel das Kochen. Ich kann es nicht. Mir macht es auch keinen Spaß. Das, was dabei rauskommt, kann ich auch nur meinem Sohn vorsetzen. Einem anderen Menschen möchte ich das nicht antun. Natürlich könnte ich Kochkurse besuchen, mich von freunden beraten lassen, aber nein. Ich weiß es besser. Ich kann das. Wie alles andere auch. Hilfe annehmen ist ein Fremdwort. Also habe ich eines Tages ein leckeres Kräuterbaguette zubereiten wollen in der Mikrowelle. Nach ca. 12 Minuten ist mir ein beißender Geruch aufgefallen. Schnell zur Küche gerannt, Tür aufgerissen - unmengen an Rauch kamen mir entgegen! Auf dem Boden zur Mikrowelle gerobbt, geöffnet, mit einem Geschirrtuch, das Baguette (vorher "Gartenkräuter", jetzt"Eiche rustikal") in die Badewanne geworfen und 100 liter Wasser drüber laufen lassen. Schließlich möchte ich keinen Brand verursachen. Sämtliche Fenster aufgerissen, um Geruch und Rauch zu vertreiben. Zum Glück habe ich so tolle Nachbarn, denen jeder andere völlig egal ist, sonst wäre bestimmt die Feuerwehr gekommen. Tränen der Trauer standen in meinen Augen. Vom Rauch und weil ich traurig wahr, dass mein Baguette nicht einmal mehr als Holzkohle taugt.
Unzählige Töpfe zerstört, weil Dinge eingebrannt sind. Von dem ganzen Geld hätte ich mir WMF-Töpfe leisten können. Mit Goldbeschichtung. Essen zwei Wochen im Herd vergessen (wird einfach zu selten benutzt bei mir). 
Ich lerne aber dazu. Wirklich. Und ich suche mir Hilfe. Versprochen. (Natürlich nicht.)

Freitag, 1. Januar 2016

Neujahr



Ich fühle mich gezwungen, einige Worte an Neujahr zu verfassen.
Erst einmal möchte ich sagen, dass mir keiner mehr ein „Gutes neues Jahr“ wünschen muss. Ich wäre mit einem akzeptablen neuen Jahr zufrieden. Nach dem bisherigen Verlauf meiner Lebensgeschichte möchte ich keine großen Ansprüche stellen.
Mein Silvester war sehr schön, bei 3nEs Verwandtschaft. Wir haben gegessen, getrunken und ein bisschen geballert. Also ein 08-15 Silvester.
Vorsätze habe ich mir keine vorgenommen, da ich die von 2015 noch nicht einmal geschafft habe. Eigenes Haus, Traumjob bzw Fortbildungen, die mich weiter bringen, einen optimalen Weg mit meinem hyperaktiven Sohn. Gut, zwischendrin hatte ich die auch einfach vergessen. Das kann passieren. Oder der Lottogewinn ist ausgeblieben. Das hätte mir das mit dem Haus vereinfacht. Der weg mit meinem Sohn ist in Angriff genommen, aber natürlich stellt sich da auch nicht innerhalb von 4 Wochen eine Besserung ein. 
Vielleicht nehme ich mir auch einfach zu viel vor bzw habe zu viele Baustellen auf einmal. Dafür häkel ich jetzt neuerdings Dreiecktücher. Habe erst 3 Stück in zwei Wochen geschafft. Freunde nennen es auch "Überkompensation" und machen sich langsam ernsthaft Sorgen. Das kann ich gar nicht nachvollziehen.
Wobei, einen Vorsatz habe ich mir vorgenommen, der alle, die ich 2015 nicht geschafft habe, mit einbezieht. Der Schlüssel dazu liegt bei 3 nE. Total simpel, wenn man drüber nachdenkt. Ich werde es mal kurz erläutern:
- Wenn ich das mit 3nE wieder richtig gut zum Laufen bringe, indem wir an den Wochenenden raus in die Natur gehen, also wandern, Kulturgüter ansehen oder ein Museum besuchen, ist mein kleiner mit dabei. Dadurch bekommt er etwas für den Kopf zu tun, was wichtig ist für ihn, und er wird ruhiger, da beim Wandern nicht so viele Reize auf ihn einströmen. 
- Die Fortbildung zum Rettungssanitäter (RS) kann ich machen, da 3nE mich dabei unterstützen möchte, z.B. beim Babysitten oder Gassi gehen. 
- Den optimalen Weg mit meinem Sohn zu finden und zu gehen, wird einige Termine, die zum Teil mehrmals wöchentlich statt finden, beinhalten. Auch da ist er für seine kleine Patchwork-Familie da und hilft. 
- Das mit dem eigenen Häuschen klappt mit ihm natürlich auch besser, da man zu zweit sich deutlich leichter tut, als alleine. 

Somit muss ich leider wohl oder übel auch auf den "Vorsätze-2016-Zug" aufsteigen. In letzter Minute. Ohne Fahrkarte. Mit ungewissem Ziel.