Dienstag, 2. Februar 2016

Im Namen der Gerechtigkeit

Heute war die Gerichtsverhandlung bezüglich der Verurteilung der netten Dame, die mein Auto auf Ratenzahlung gekauft hat, allerdings nie etwas bezahlt hat. 
Dass sie die 400 € plus Zinsen plus Anwaltsgebühren zahlen muss, wurde bereits vor einigen Wochen festgelegt. Heute ging es an die Straftat an sich. Betrug. 

Kurz zur Vorgeschichte
Ende März habe ich mein Auto verkauft. 400€ Kaufpreis. An eine Dame, die alleinerziehend ist, 3 Kinder hat und dringend ein Auto benötigt. Da ich weiß, wie es mit Kind und alleinerziehend ist, habe ich ihr mein Auto gegeben. Im Vertrag haben wir schriftlich festgehalten, dass sie am 01.04. und 01.05. jeweils 200 € bezahlt. Ab da wurde ich immer und immer wieder vertröstet. "Bine ist dumm." mag man da sagen und man hat sogar Recht. Andererseits sehe ich es auch so. Wenn keiner hilft bzw. Unterstützung bietet, gerade an Menschen, die es nicht so gut haben im Leben, wo kämen wir dann hin?!
Im September/Oktober habe ich dann den Anwalt von 3nE eingeschalten. Da er im Freundeskreis ist, musste ich erst einmal kein Geld vorstrecken. Sie hat auf keinerlei Schreiben reagiert, wie eben auch auf meine Anrufe und Nachrichten irgendwann. Nun habe ich einen über 30 Jahre vollstreckbaren Titel und sie muss definitiv das Geld bezahlen. 

Heute um 13 Uhr ging es also um den Betrug und ich war als Zeugin geladen. 

Zum Tatbestand bzw. meiner Aussage: 
Sie hat mein Auto abgeholt, da sie dringend eines brauchte. Sie sei alleinerziehend, würde aber am 01. ihr Gehalt bekommen. Irgendwann hatte sie sich nicht mehr gemeldet. Bis dahin gab sie jedes mal an, zahlungswillig zu sein und dass sie auch zahlen könne. 
      

Zum Urteil:
3 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung über 3 Jahre. Da sie mittlerweile zum 5. mal vorsätzlichen Betrug begangen hatte. Vor der Verhandlung wollte sie sich bei mir entschuldigen, aber nicht mit Aggro-Bine. Meine Antwort: "Nein, Sie brauchen mich nicht ansprechen, dazu ist es zu spät. Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, können Sie dies meinem Anwalt schriftlich mitteilen und jetzt möchte ich nichts mehr hören!"
Außerdem muss sie 50 Sozialstunden ableisten und steht unter der Fuchtel eines Bewährungshelfers. 
Die Tatsache, dass sie sich vor Gericht bei mir entschuldigt hat und direkt 150€ bezahlt hat, war der Richterin eher egal. Sie hatte schließlich genug Zeit, dass zu bezahlen. Fast ein Jahr. 
Achja. Ihre Behauptung, sie würde Gehalt bekommen, war gelogen, da sie von Grundsicherung lebt. Auch das hat sich negativ auf das Urteil ausgeübt. 

Etwas Mitleid hatte ich schon mit ihr. Andererseits sollte man niemals die Gutmütigkeit von Menschen ausnutzen. Außerdem war das ja nicht das erste Mal, dass sie so etwas begangen hat.   

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