Donnerstag, 24. März 2016

Die Tage des Glücks

Es macht sich bei mir das Gefühl breit, dass das Glück wieder in mein Leben gekehrt ist - NICHT. 
In den letzten zwei Wochen ist wieder einiges passiert, dass mich das so empfinden lässt. 
Mein Kindergeld wurde gestrichen. Und wenn ich Pech habe, muss ich es zurück bezahlen. Warum? Weil mein Sohn bei meinem Exmann gemeldet ist und nur er der alleinige Anspruchsberechtigte für das Kindergeld ist. Nun benötige ich seine Unterschrift für einen neuen Antrag, seine Unterschrift, dass er von mir das Kindergeld bekommen hat und seine Unterschrift, dass es auf mein Konto überwiesen werden darf. Da ich und mein Ex die allerbesten Freunde sind, wäre es für mich leichter, einen Vulkan zu löschen. Fakt ist, mir fehlen 190 €. Und das die nächsten Monate. Aber durch den Nebenjob kann ich das ausgleichen. Schließlich war die Idee des Nebenjobs nicht, meine Altlasten zu bezahlen... Oder ich gehe einfach noch mehr arbeiten. Das war auch das Argument von meinem Exmann. Nur, weil er aktuell einen Teilzeit-Job hat und dementsprechend mehr Zeit, kann er wieder besonders schlau daherreden. Er kann sich dann um den Zwerg kümmern, wenn ich mehr arbeite. Meinen Sohn sehe ich dann gar nicht mehr. 

Mein Nachbar ist auch wieder einmal so ein Thema für sich. Er ist da. Allein seine bloße Anwesenheit bringt mich dazu, mir Gedanken darüber zu machen, wie ein perfektes Verbrechen aussehen könnte. In der letzten Woche waren es ca. 10 Polizeieinsätze. Als ob die nichts besseres zu tun hätten, als ständig auf Staatskosten zu uns zu kommen. Aber mehr Möglichkeiten haben wir nicht. Ich feiere den Tag, an dem ich mal wieder durchschlafen kann. Alternativ käme natürlich eine andere Wohnung in Frage. Meine Wünsche: Kinde und Tiere erlaubt, bezahlbar, evtl Balkon. Doch damit habe ich kein Glück. Keiner will uns. Ich verstehe zwar überhaupt nicht, warum kein Hund erlaubt ist, aber mehr als den Vermietern erklären, was für eine liebe Hündin ich habe, kann ich auch nicht. Sie liegt nur da, erst wenn wir rausgehen, wird gearbeitet. Sie bellt, wenn es klingelt, völlig normal für einen Hund. Da wären Katzen noch schlimmer, die können auch mal an den Scheiben und/oder Tapeten kratzen. Mein 11 Jahre alter Kater ist allerdings zufrieden, wenn er auf dem Fensterbrett liegen kann. 

Wenn der Nachbar nicht ist, dann eben 3nE und seine "Allergie". Ich habe in meinem gesamten Leben als Arzthelferin etwas vergleichbares noch nie erlebt oder gesehen. Hausarzt, Allergologe, Pulmologe haben keine Ahnung, was er hat. Natürlich hält er mich nachts auch ganz gerne wach, wenn er seine Hustenanfälle wie aus dem nichts, bekommt. 

Ich muss auch ehrlich zu euch sein. Ich habe meine Vorträge gehalten. Die, die ich halten musste, damit geprüft wird, ob ich als Ausbilderin geeignet bin. Ich habe sowohl von den Teilnehmern, als auch vom Ausbildungsleiter und vom Chefarzt eine gute zwei bekommen. Ziel mehr als erfüllt. Für mich heißt es die nächsten Monate, Lehrgänge zu absolvieren. Wenn alles klappt, bin ich Ende des Jahres Ausbilderin für Sanitäts-Grundlehrgang und Erste-Hilfe-Ausbilderin. Es gibt aber auch Neider, die mir das nicht gönnen. Die meine, nur weil sie zweimal mit mir gesprochen haben, sich ein Bild meiner Fähigkeiten zu machen. Das ist zwar in meinem Hinterkopf, aber darauf lege ich nicht so viel Wert. Ich weiß, was ich kann und werde das auch durchziehen. 
Auch möchte ich beruflich noch etwas aus mir machen. Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung ist der Begriff. Da diese Kurse am Wochenende statt finden, bin ich da flexibel genug, um das in Angriff zu nehmen. Natürlich kostet es Zeit, natürlich habe ich allgemein betrachtet kaum noch Zeit für irgend etwas. Aber mit der richtigen Planung klappt das. 
Meine Therapeutin findet die Idee übrigens auch gut. Trotz meines Zeitmanagements. Langsam entwickle ich ein Gespür dafür, warum ich gewissen Situationen so reagiere, wie man es eigentlich nicht erwartet. Die Schwierigkeit ist die, mich selbst gut genug kennen zu lernen und die Handlungen zu analysieren. Auf jeden Fall, habe ich noch einen weiten Weg vor mir. 

Mittwoch, 9. März 2016

Was zum...

Endlich eine Woche, die ich fast schon als Urlaub bezeichnen möchte. Die nächsten 1,5 Wochen habe ich keinen Nebenjob. Und sogar ein freies Wochenende mit meinem Sohn. Gut, da kann man das Wort "frei" auch anders deuten. Wir werden raus gehen und wandern und ein bisschen die Welt entdecken. Immerhin wünscht er sich ein Mikroskop, um Bakterien zu untersuchen. Ein völlig normaler Wunsch für einen 5jährigen. Aber mein Sohn ist eben anders und das ist gut so.

Weiter muss ich noch 4 Vorträge vorbereiten. Mir fällt es schwer, mein Wissen so zu verpacken, dass Anfänger es verstehen. Aber genau dafür gehe ich bald auf einen Ausbilder-Lehrgang. Sonst klappt mein Zeitmanagement ganz gut.
Wenn nur nicht die Nachbarn wären...

Oja, sie sind wieder da. Seit 1,5 Wochen. Und präsenter denn je. Am Wochenende hatten wir 4 Polizeieinsätze, seit Montag nur noch drei. Ein Ende ist nicht in Sicht. Gerne würde ich mich an Hartz-IV-TV wenden, so verzweifelt bin ich schon. Wir beginnen mit "Mitten im Leben". Da brauchen wir kein Drehbuch, das Kamerateam muss nur einige Tage bei uns im Hof campieren. Verbinden kann man das ganze mit "Auf Streife". Eine kleine Reportage bei "Stern-TV" über die Nachbarschaftshölle, ein kleines "Bild"-Interview (Titel "Nachbarschaftshölle - Familie zerstört", "Christopher Posch kämpft für ihr Recht" kann uns bei/vor Gericht helfen und zum Abschluss noch "Die Supernanny", weil mein Sohn das ganze auch nicht unbedingt so toll verkraftet. Da könnten wir aber noch gleich "Familien im Brennpunkt" mit einbeziehen. "Aktenzeichen XY ungelöst" kommt noch mit dazu, wenn ich meine gute Stube vergesse und zum Hulk werde. Oder schlimmer. Ich werde zu der, vor der Hulk Angst hat. "Zu Hause im Glück" wird für die Wohnung der Nachbarn benötigt, denn da ist nicht mehr viel so, wie es mal war. Wenn ich dann durch diese zahlreichen Auftritte im TV endlich zu einem H-Promi geworden bin, schaffe ich es auch zu "Taff". Von dort ist es nur ein kleiner Sprung an die Spitze der Promiwelt. Mir fällt gerade auf, dass ich nur gewinnen kann. Wunderbar. Bis dahin werde ich eben nachts/morgens mehrmals wach. Für die Karriere muss man Opfer bringen.

Neues zu 3 nE und seiner mysteriösen Allergie. Nachdem wir es nicht zu "Galileo Big Pictures Mystery" damit geschafft hatten, blieb mir nichts anderes übrig, als Dr.-House-mäßig nach einer Lösung zu suchen. Ich habe auch wirklich eine grandiose Idee, die Allerdings der Hausarzt von ihm etwas zerschmettert hat. Aber ich werde an dieser Idee festhalten. Bald ist der Termin in der Fachklinik. Dann sage ich denen schon, was getestet werden soll. Die Diagnose passt zu sämtlichen Symptomen, ist allerdings mittel-selten, weshalb die Hausärztin die Idee nicht so gut findet. Auch kostet die Blutuntersuchung darauf eine ganze Menge. Noch werde ich euch nicht sagen, was ich vermute. Falls die Diagnose stimmt, wird sie hier mit einem großen "Kawumm" einschlagen und ich werde mich als Ärztin für seltene Erkrankungen selbstständig machen.

Sonst ist nur mein Kopf mal wieder ein Problem. Gedanken, die nicht aufhören wollen, negative Selbstdarstellung, herunterspielen von Problemen, der Häkel-Wahn geht wieder los. Woran das liegt, weiß ich nicht. Den genauen Zeitpunkt oder den Auslöser kann ich nicht mal mehr bestimmen. Zum Glück bin ich morgen bei meiner Psychologen. Sie muss wieder reflektieren. Das kann so nicht weitergehen. Seitdem ich bei ihr bin, merke ich das auch. Als gutes Zeichen möchte ich das aber nicht deuten. Entweder ich verfalle in eine Arzt Abhängigkeit oder sie weicht mich so auf, dass ich ein Gefühlsmensch werde. Dabei bin ich so gerne ein Stein, der nichts an sich heranlässt! Ich will nicht anders sein, ich bin toll. Das Stein-Sein macht mich zur perfekten Arzthelferin/Pflegeassistentin/Sanitäterin. Ich lasse nichts an mich heran und im Gegenzug kann ich durch diese gigantische zwischenmenschliche Distanz so genial sein im Umgang mit Patienten.
Diese Selbsterkenntnis habe ich schon gewonnen durch die Therapie. Somit habe ich diese erfolgreich beendet.

(Anmerkung: Nein meine lieben Freunde, ich gehe dort weiter schön brav hin. Versprochen.)

Sonntag, 6. März 2016

Der Teufelskreis

Endlich Wochenende. Ja, es ist Sonntag Nachmittag. Ich habe mir mein Wochenende verdient. Wirklich.
Am Freitag war ich bis 13 Uhr in der Arztpraxis, danach 1 Stunde PowerNap. Anschließend bis 21 Uhr auf Geburtstag. Danach ab 22 Uhr RTW fahren bis morgens um 5, danach von 06:30 bis 14 Uhr im Pflegeheim, dann auf Sanitäts-Lehrgang bis 16:30 Uhr. Zu Hause (der Ort, den ich nur noch aus Erinnerungen kenne), Papierkram erledigt und ab 19 Uhr bis heute morgen halb sechs geschlafen, um von 06:30 bis 14 Uhr noch einmal zu arbeiten und danach den Stall beim Pferd ausmisten.
Also habe ich mir mein Wochenende verdient.
Zu Hause habe ich zu einer Packung Chips gegriffen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie nicht mehr ganz so gut in Form bin, wie noch vor kurzem (10 Jahren und vor der Geburt meines Sohnes.)
Vor Lauter Arbeit und Ehrenamt, komme ich auch nicht mehr zum kochen. Die einen sagen, dass sei ein Gewinn für die Menschheit, die anderen sagen nichts dazu. Also esse ich da auch nur Mist. Aber da ich mich gesund ernähren möchte, habe ich mir heute zum Essen Obst mitgenommen. (Ja, ich weiß, wie man das schreibt, wie das aussieht und das man eine Banane erst schälen muss, bevor man sie isst.) Es war echt -überraschenderweise- sehr lecker. Leider hielt das Gefühl der Sättigung nicht lange an. Also bin ich kurzerhand über die Kekse der Bewohner hergefallen. Damit habe ich denen aber nur geholfen! Einige sind auf Diät, die brauchen keine Kekse. Wirklich, das ist keine Ausrede.
Beim gucken und sinnlos posten auf Twitter sehe ich dann tatsächlich Menschen, die sowohl kochen, als auch gesunde Ernährung und Sport betreiben. Arbeiten diese Menschen auch? Irgendwas stimmt in meinem Zeitmanagement überhaupt nicht.
Nach 10 Stunden Arbeit habe ich wirklich keine Lust mehr, noch irgendeinen Hirsebrei mit trockenem Hähnchen zu kochen und das dann auch zu essen. Mag sein, dass man sich danach besser fühlt, war bei dem Obst heute genauso. Doch dauerhaft halte ich das nicht durch. Welche Alternativen außer gar nichts mehr essen, habe ich denn noch? Gut, ich neige zu Übertreibungen. "Wenn man nur will, schafft man alles."

Da fällt mir noch ein, dass ich bald anfangen muss, meine legendären Vorträge für den Sanitäts-Grundlehrgang machen muss. Darüber wird man noch in zig Jahren reden! Zumindest wünsche ich mir das. Natürlich kann ich das, aber ich möchte nicht nur gut sein, sondern perfekt. Wie immer. Blöder Perfektionismus. Das artet in Arbeit aus. Und davon habe ich so wenig.

Ich finde meinen Lebenslauf mittlerweile ganz interessant.
Als Sanitäter, kann ich Menschen in Notfall-Situationen helfen, als Arzthelferin erkenne ich Diagnosen und kann diverse Techniken zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen. Und als Pflegeassistentin komme ich auch mit älteren Patienten sehr gut klar und kann auf die Bedürfnisse eingehen. Für jeden Hypochonder bin ich somit der Jackpot. Das einzige, was noch fehlt, sind Erfahrungen aus dem Krankenhaus. Aber das kommt auch noch dazu. Wenn ich Zeit habe :-D