Mittwoch, 6. April 2016

Leben tauschen?

Letzte Woche war ich im Urlaub! Das war toll und schön erholsam. Mein Sohn hatte beim Wandern richtig viel Spaß, der Hund war ausgelastet und ich hatte vollkommen meine Ruhe. 5 Tage, in denen ich mich erholen konnte. Doch als ich am Freitag heim kam, ging es gleich schon wieder los und die Erholung war futsch. 

Am Samstag fand die Theorie-Prüfung für den Sanitäts-Grundlehrgang statt. Also musste ich abends bis nach Mitternacht Tests kontrollieren. Hier ein paar Beispiele meiner angehenden Sanis:

Bauchorgane: Mund, Speiseröhre ...
Aufsteigender, querliegender, absteigender Zwölffingerdarm. 
Schmerzen re. Unterbauch: Gallensteine durch Gallenflüssigkeit

Ich wusste nicht, ob ich weinen soll oder Wein trinken... Bestanden haben bis auf zwei alle. Am Sonntag gab es noch die praktische Prüfung. Dort kamen alle durch, auch wenn es bei einigen sehr knapp war. 

Interessant war das Gespräch mit dem Chef-Ausbilder. Es gibt einige, die es nicht für gut halten, wenn ich Ausbilderin werde. Eigentlich halten die es für den größten Schwachsinn, so jemanden wie mich da vorne hinzustellen. Die Ausbildungsleiter halten natürlich zu mir. Und es kam auch folgendes auf: Ob die überhaupt wüssten, dass ich allein erziehende Mutter sei. Da ist man nicht so flexibel und ich musste auch schon Termine absagen... Also ganz ehrlich. Solange ich mit dem Laden kein Geld verdiene, braucht sich keiner beschweren, dass ich nicht jedes Wochenende auf irgendwelchen Sanitätsdiensten rumhänge. Ja, ich bin dort so ziemlich die einzige mit Kind. Dafür brauche ich dennoch keine Vorwürfe. Und rechtfertigen muss ich mich auch nicht. Bei mir wird sich hintenrum beschwert. Keiner hat den "Popo in der Hose", um mir das persönlich zu sagen. Das finde ich am Traurigsten. 

Es gab mal wieder Ärger mit meinem Exmann. Dieser ist der Meinung, ich vertrödele nur meine Zeit und kümmere mich um nichts. Wie kam es dazu? Ich weigerte mich, die offenen Kindergarten-Gebühren zu zahlen, weil ich mir von meinem Geld ein neues Sofa und den Urlaub gegönnt habe. Ich gehe Vollzeit arbeiten, habe fast nie ein freies Wochenende und brauche auch mal Zeit zur Erholung. Das ist sowas von Dreist und gemein von mir! Schließlich habe ich die opulente 2-Zimmer-Wohnung und er nur das Haus mit Garten. Meine Jobs, die ich hobbymäßig mache, weil man nicht genug verdient, sind nichts im Vergleich zu der Tatsache, dass er krankheitsbedingt seinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann und momentan Unterstützung vom Amt erhält. Immerhin hat er nur wesentlich mehr Geld als ich zur Verfügung, da kann man nicht verlangen, so etwas sinnfreies wie den Kindergarten zu bezahlen. Schuld bin ich auch an der Tatsache, nicht rechtzeitig die Kontonummer vom KiGa an ihn weitergegeben zu haben, da er Gabor in dieser Woche jeden Tag gebracht und abgeholt hat. Wenn ich so darüber nachdenke kann ich durchaus verstehen, welches "Problem" viele mit mir und meiner Art haben. Freundlich und Hilfsbereit sind nur zwei der sieben Todsünden, die auf mich zutreffen. 

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