Mittwoch, 4. Mai 2016

Lebens-Eintopf

Es ist weltweit bekannt, dass ich nicht kochen kann. Mein Lebens-Eintopf ist demnach aus super gelungen.
Es ging los mit einem Fond. Der Fond scheint mit das wichtigste zu sein. Der ist gut. Der Fond bin ich, so wie ich mich gebe, verhalte, was ich alles tue. Und der ist wirklich genial. Selbst der Henssler würde das neidisch werden. Und je länger er ziehen kann, desto lockerer schmeckt er.
Dazu kamen aber im Laufe des Lebens noch eine Reihe von Zutaten. Zuerst meine Jugend in Form von Gemüse. Einiges verfault, manches exotische, aber eine Grundlage, die noch nicht ganz den Eintopf verkorkst.
Mit Beginn der 20er kamen Kartoffeln dazu. Aber nicht die äußerst vorzüglichen genmanipulierten Speisekartoffeln, sondern vermehrt mehlige. Die, die eigentlich nur dazu da sind, um da zu sein. Ihr merkt, so ganz lecker wird der Eintopf nicht.
Mit Geburt meines Sohnes wurde der Eintopf aber wesentlich besser. Eine ganze Vielfalt an Gewürzen und Geschmacksverstärkern machten eine ziemlich passable Brühe aus der Geschichte. Doch je mehr Fehlschläge mit dazu kamen, desto versalzener wurde die Suppe. Man sagt, der Koch sei verliebt, wenn etwas versalzen ist. Bei mir symbolisiert das eher die Hassliebe zwischen mir und dem Leben.
Das Haar in der Suppe, welches man vielleicht mal merkt, aber nicht unbedingt, gibt es natürlich auch. Ich merke das Haar in der Suppe dann, wenn ich mir etwas vornehme und es dann auf Grund einer winzigen haarkleinen Kleinigkeit doch nicht klappt.
Mit Beginn meiner Beziehung zu 3 nE wurde die Sache noch einmal durchgemischt bzw buchstäblich durchgemixt.

Dadurch habe ich am heutigen Tag einen superleckeren Eintopf, zwar mit einer Spur Bitterkeit, aber genießbar. Es ist kein Einheitsbrei. Das wird es auch niemals. Tagtäglich kommen neue Zutaten hinzu. Anbrennen wird nichts, ständig ist die Brühe in Bewegung. Man muss keine perfekte Köchin sein, um sein Leben zu schmackhaft machen zu können. Ich bin der beste Beweis.

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