Mit 25 geht es bergab

An diesem Satz ist zumindest in meinem Leben mehr als nur ein wahrer Kern. Eher ein Meteorit. So groß, wie der, der die Dinos ausgelöscht hat. 

Fakten:
- kurz vor meinem 25. Geburtstag bekam ich einen Knoten in meiner Brust. Sehr schön! Brustkrebs habe ich mir schon immer gewünscht, aber nie bekommen. Knoten raus, vorerst nur ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs. 
- an meinem 26. Geburtstag habe ich mir die Augen lasern lassen, endlich mal ein Geschenk nur für mich. Allerdings hatte ich an dem Tag eine gute Kindergartenfreundin verloren, weil sie zu meinem Exmann hält. Schade.
- der 27. Geburtstag war schon wieder spannender. Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Man mag vermuten, ich arbeite körperlich schwer. Bandagen anpassen, Kompressionsstrümpfe messen, vor dem PC sitzen ist auch wirklich körperlich sehr herausfordernd. So sehr, dass ich nach 4 Jahren krankheitsbedingt den Job wechseln musste. Ich trage lieber wieder Urinbecher und Stuhlproben durch die Praxis, mache Verbände und sitze am PC. Das ist nicht so anstrengend für die Wirbelsäule. Außerdem habe ich mit meinem Traummann eine unglaubliche Nacht verbracht. Voller Gefühl, sehr intim, einfach perfekt. Das lief so gut, dass er mittlerweile immer noch verheiratet ist und die Chance, dass er sich für mich entscheidet gegen Null geht.
- dieses Jahr habe ich mir gedacht, ach, so einen Noro-Virus hatte ich noch nie! Wird mal Zeit. Viele reden davon, ich will auch! Also Krankenhaus und den Geburtstag apathisch und mit Fieber hauptsächlich schlafend verbracht. 


Manche Menschen müssen Prüfungen im Leben bestehen, es gibt besondere Herausforderungen, die gemeistert werden müssen und am Ende wartet das Glück. 
Ich warte nicht auf das Glück, ich warte darauf, was dann wieder schreckliches passiert. Ich rechne mit dem Schlimmsten, Hoffe auf weniger Gestörtes und erwarte einfach mal gar nichts. Ich bin pessimistisch, was mein Leben angeht. Denn wenn es schlimm kommt, überrascht es mich nicht und ich gebe schon gar nicht klein bei. Meine Freunde bekommen nur meinen Optimismus zu spüren, was deren Leben anbelangt. 

Ich bin ein sehr gutes Beispiel dafür, was alles schief gehen kann in 28 Jahren Leben. Und ein noch besseres Beispiel dafür, weder meinen Humor, noch mich selbst zu verlieren. Auch wenn ich nicht gläubig bin, so wage ich einen leisen Hoffnungsschimmer in meinem Inneren zu erhalten. Vielleicht ist es auch gerade dieser Schimmer, der mich jeden Tag aufs Neue kämpfen lässt, jede Herausforderung mit Humor nehmen, niemals aufgeben, egal ob es sich um meine Männer, meinen Sohn oder meinen Beruf handelt. 

Wenn das böse Schicksal ruft, bin ich da. Immer. Zu jeder Zeit. Danach lache ich es aus. Mal sehen, wer gewinnt. 

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